Einleitung

Das Hüftgelenk ist nach dem Kniegelenk das zweitgrößte Kniegelenk des Körpers. Es ermöglicht die komplexen Bewegungsabläufe der Beine beim Stehen, Gehen, Laufen oder Springen. Die Häufigste Erkrankung ist der Hüftgelenksverschleiß (Arthrose). Hierbei verändert sich das Gelenk meist langsam über viele Jahre und es entstehen kontinuierliche Schmerzen und Beschwerden. Der Kunstgelenkersatz der Hüfte ist die Therapie der Wahl und eine der erfolgreichsten Operartionen der letzten 50 Jahre. Diese Operation wird in Deutschland ca. 200 000 mal pro Jahr durchgeführt.

Anatomische Grundlagen

Das Hüftgelenk ist ein Kugelgelenk mit Hüftpfanne und Hüftkopf. Beide sind  von Gelenkknorpel überzogen. Dies bedingt, dass die Reibung zwischen den sich bewegenden Oberflächen minimal ist und die Gleitflächen lange erhalten bleiben. Der Rand der Hüftpfanne wird durch einen Dichtungsring aus Fasergewebe, das sogenannte Labrum, vergrößert. Das Hüftgelenk ist in eine derbe, straffe Kapsel eingepackt und von einem Muskelmantel umgeben. Im Gegensatz zum Kniegelenk zeigt das Hüftgelenk eine hohe Kongruenz und einen sog. Formschluß. Die Kugel wird vornehmlich durch die Kapsel- und Bandstrukturen im Gelenk stabilisiert. Die Muskulatur hingegen bewegt das Bein und stabilisiert das Becken.
Auf der Vorder- und Rückseite des Hüftgelenkes verlaufen wichtige Nerven und Blutgefäße, welche die Extremitäten versorgen. An der Vorderfläche des Hüftgelenkes ziehen diese unter der Leiste in das Bein. Der sog. Nervus ischiadicus (Ischiasnerv) läuft am hinteren Rand der Kapsel und des Oberschenkelknochens (Femur) bis in den Fuß.

Hüftgelenksarthrose

Die häufigste Erkrankung der Hüfte ist die Coxarthrose (Hüftarthrose), der Verschleiß des Hüftgelenkes. Es gibt eine familiäre Häufung der Erkrankung, Männer und Frauen sind gleichmäßig betroffen. Die genaue Ursache der sog. Idiopathischen Arthrose ist bis heute noch nicht sicher bekannt. Es gibt angeborene und erworbene anatomische Fehlbildungen oder- entwicklungen der Hüfte, die zu einer Arthrose führen können. Eine Dysplasiecoxarthrose beispielsweise bezeichnet einen Verschleiß aufgrund einer nicht regelrecht angelegten Hüftpfanne. Eine sog. ECF (Epiphysiolysis capitis femoris), ein in der Pubertät aufgetretenes leichtes Abrutschen des Hüftkopfes, führt zu knöchernen Fehlbildungen, die zu einem Anschlagen (Impingement) des Hüftkopfes am Pfannenrand führen können (FAI, Femoro-acetabulares Impingement). In der Folge entsteht eine mechanisch verursachte Knorpelschädigung und damit eine Arthrose. Eine posttraumatische Coxarthrose ist durch einen Unfall und die dadurch hervorgerufenen Folgen verursacht.
Bei allen diesen Erkrankungen wird der Knorpelüberzug von Hüftkopf und -pfanne abgerieben, das Gelenk verliert seine Passform. Knochen reibt auf Knochen und der Körper bildet an den Rändern der Gelenkpartner knöcherne Anbauten (sog. Osteophyten). Durch diese Veränderungen kommt zu einer lokalen Entzündung im Gelenk und zu einem Gelenkerguß, der zunehmend Schmerzen verursacht. Der ständig erhöhte Druck im Gelenk führt dazu, dass der angrenzende Knochen ausgehöhlt wird – es bilden sich Geröllzysten.